Abenteuer ziehen mich an. Und das passt gut zu meinem Interesse für fast alles. Es ist schon vorgekommen, dass ich plötzlich mitten in einem Projekt steckte, von dem ich am Tag zuvor noch nicht wusste, dass es existiert.

So habe ich zum Beispiel noch am Telefon zugesagt, als mich mein Freund und SPIEGEL-Reporter Tim Röhn fragte, ob ich mit ihm nach Katar fliegen wolle um über die Arbeitsbedingungen für die FIFA-Fußballweltmeisterschaft 2022 zu berichten.

Ähnlich war es mit der Gründung meiner ersten Firma mit 18 Jahren und dem, was daraus geworden ist. Ich hatte 0 Ahnung davon, was Unternehmertum ausmacht, geschweige denn davon, wie man eine Firma aufbaut oder führt. Geplant war das, was wir heute machen damit sicher nicht.

Zugegeben etwas zielgerichteter bin ich im Sommer 2015 an das Projekt »Wer wird Millionär?« gegangen. Ich habe mehrere Monate lang sieben Tage die Woche bis zu zehn Stunden trainiert. Allgemeinwissen mit Lexika, Atlanten, Wikipedia, Charts- und Bestsellerlisten. Und den Umgang mit der Aufregung mit Hilfe dessen, was ich im Psychologiestudium lernte.

Dass ich am Ende aber mit 1.000.000,00 Euro auf dem Konto nach Hause, und damit in das nächste große Abenteuerprojekt stolpern würde, war natürlich nicht geplant.

Aus meiner Sicht bedeutet Unternehmertum immer auch gesellschaftliche Verantwortung. Darum haben wir das Projekt »MS Günther Aktion Rückenwind« ins Leben gerufen. Ziel der Aktion, die wir gemeinsam mit Oberbürgermeister Markus Lewe gründeten, ist die gemeinnützige Unterstützung der Stadt Münster bei Projekten, die mit der Förderung von Kindern zu tun haben. Projekt I in 2016: Über 20.000,00 Euro für die Traumabewältigung von Flüchtlingskids in der Oxford-Kaserne.

Zusammen mit den Stars der Wilsberg-Reihe haben wir mit unserem Schiff in einem anderen Projekt Geld für die Krebsberatung Münster eingefahren oder Projekte der Kinder-Nothilfe, der Kinderneurologie-Hilfe und zusammen mit Trixi Bannert auch der Kinderschlaganfall-Hilfe unterstützt.

Seit Jahren brenne ich für Psychologie. Entsprechend würde ich sagen, dass Psychologie (und besonders Wirtschaftspsychologie) neben dem Unternehmertum meine zweites Herzensprojekte ist. Das viele Geld von »Wer wird Millionär?« habe ich also nicht nur in die MS Günther gesteckt, sondern mir damit auch die Zeit »gekauft«, ein Buch über Psychologie zu schreiben.

Das Geheimnis der Psyche

Mit dem Buch verfolge ich vor allem das Ziel, etwas gegen Psychoangst zu tun. Damit meine ich die Skepsis, mit der viele Menschen der Psychologie im Allgemeinen und uns Psychologinnen und Psychologen im Speziellen begegnen. Ich bin der festen Überzeugung, dass es sehr wertvoll ist, sich mit der eigenen Psyche zu befassen. Ohne Pendel oder Gedankenlesen. Sondern mit wissenschaftlichen Ansätzen. Ich freue mich entsprechend sehr, im Rahmen ganz unterschiedlicher Projekte, immer wieder zu diesem Thema sprechen zu dürfen.

Ebenfalls mit eher wenig Planung haben Kommilitonen und ich im Studium den Bootstrapper e. V. Münster gegründet. Nach recht holprigen Anfangsjahren bietet der gemeinnützige Verein heute unter der Leitung einer „neuen Generation“ Münsteraner Studentinnen und Studenten und vor allem Sarah Humberg, mehrmals wöchentlich kostenlose Schülernachhilfe für alle, die kommerzielle Nachhilfe nicht oder nur schwer bezahlen können.

Während meiner Zeit in Istanbul habe ich ein Fotoprojekt zu Kinderarbeit in der Weltmetropole umgesetzt, ich war Mitglied im studentischen Beirat von careerloft in Berlin, bin Botschafter zum Jungen Mittelstand des Bundesverband mittelständische Wirtschaft, arbeite an diversen Forschungsprojekten  mit Forschern aus den USA, der Schweiz und Belgien oder reise, so ganz ohne Projekt, mit meinem Bruder den gesamten Sommer mit Campingtisch und Gaskocher im Van durch die Nationalparks Kaliforniens.

Abendessen im Nationalpark in Kalifornien

Mein roter Faden ist Umtriebigkeit und Lust, Neues zu lernen. Ich gehe jedes Projekt mit Herzblut an und Scheitern kam schon oft vor, schreckt mich aber kaum ab. Im Grunde konzentriere ich auf zwei Bereiche: meine Forschung und Promotion im Bereich Wirtschaftspsychologie und meine Tätigkeit als Unternehmer.